Hundeerziehung beginnt bereits im alltäglichen Zusammenleben im häuslichen Bereich. Daher betrachte ich bei Einzelstunden nicht nur das Verhalten, welches der Hund beim Spaziergang zeigt, sondern schaue mir zunächst an, wie das Zusammenleben daheim aussieht.

Bereits in nicht bedeutsamen Situationen daheim lassen sich häufig wunderbar Rückschlüsse ziehen, wer wen bewegt, wer über Raum und Zeit entscheidet, wer sich abgrenzt und wer wem ständig zur Verfügung steht. Und vieles davon gibt Auskunft darüber, wo so manches „Problemverhalten“ vom Hund seinen Ursprung hat. Denn bereits Zuhause müssen über die Themen wie Ansprechbarkeit, Akzeptanz von Grenzen und Regeln sowie Selbstbeherrschung gesprochen werden. Nicht erst draußen, wo sich Verhalten bereits etabliert und in einem hohen Energie/Erregungslevel gezeigt wird. Nicht erst dann, wenn das Verhalten des Hundes als störend und peinlich empfunden wird. Denn wer in den vertrauten und relativ ablenkungsarmen 4 Wänden bereits keine Grenzen akzeptiert, sich ständig über das Gesagte von Frauchen und Herrchen hinwegsetzt und stets eigenen Interessen nachgeht, der wird das mit großer Wahrscheinlichkeit auch draußen in der großen weiten Welt mit ihren ganzen interessanten Gerüchen und Ablenkungen tun. Reine Symptombekämpfung, wie es ganz häufig bei Leinengezerre gehandhabt wird, ist nicht nur dem Hund gegenüber unfair, sondern auch das Ergebnis wird kein nachhaltiges sein.

Das lässt sich auch ganz gut aus der Kindererziehung ableiten. Einem Kind bringt man schließlich auch erst am heimischen Esstisch das Essen mit Messer und Gabel sowie das ruhige Sitzen zu Tisch bei, bevor man ordentliche Tischmanieren in einem Restaurant abverlangt. Ansonsten wäre es auch gegenüber dem Kind unfair, wenn man im Restaurant mit ihm schimpfen würde, Zuhause man dem ganzen aber keinerlei Beachtung bzw. Bedeutung beimessen würde.

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